Backpacking Sumatra: Hilfreiche Infos für dein großartiges Abenteuer

Backpacking Sumatra: Hilfreiche Infos für dein großartiges Abenteuer

Backpacking Sumatra: In diesem Artikel habe ich dir alle wichtigen Informationen für dein Backpacking-Abenteuer in Sumatra zusammengefasst. Sollte dir etwas fehlen, schreibe es gerne in die Kommentare.

1. Allgemeines über Sumatra

Sumatra ist die größte Insel Indonesiens und die sechstgrößte Insel der Welt. Neben vielen regionalen Dialekten wird überall auch indonesisch gesprochen und verstanden. Englisch sprechen meist nur die Gastgeber von Unterkünften und Touristenführer. Diese können dir aber eigentlich immer weiterhelfen, sodass man mit Englisch recht weit kommt. 

Ich empfehle dir trotzdem, für das Backpacking in Sumatra ein paar Brocken Indonesisch zu lernen, wenn du mit den Einheimischen in Kontakt treten möchtest. Auch wenn sie Englisch können, freuen sie sich sehr darüber und es ist tatsächlich eine recht leicht zu lernende Sprache.

Weitere allgemeine Informationen im Überblick:

  • Religion: 80% Islam, 18% Christen, animistische Religionen
  • Beste Reisezeit: April-Oktober, grundsätzlich aber ganzjährig möglich
  • Währung: Indonesische Rupien (1 Euro = ca. 17.375 IDR)
  • Telefonvorwahl: +62
  • Zeitverschiebung: +5h
  • Trinkgeld: nicht üblich, wird aber gerne angenommen
  • Wasserqualität: kein Trinkwasser. Zum Zähneputzen haben wir zur Sicherheit Trinkwasser verwendet. Eiswürfel werden aus Trinkwasser hergestellt, wir hatten daher damit nie ein Problem.

2. Backpacking Sumatra: Reisevorbereitungen

2.1 Einreisebestimmungen

Eine Einreise nach Indonesien zu touristischen Zwecken ist grundsätzlich für einen Zeitraum bis zu 30 Tagen ohne Visum möglich. Möchtest du bis zu 60 Tage bleiben, kannst du dir bei Ankunft am Flughafen ein Visa on Arrival für 30 Tage ausstellen lassen und dieses 7 Tage vor Ablauf noch einmal um 30 Tage verlängern. Für einen längeren Aufenthalt ist ein vorab ausgestelltes Visum erforderlich.

In jedem Fall benötigst du einen Reisepass, der bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist.

Da sich die Bestimmungen jederzeit ändern können, informiere dich vor der Reise am besten beim Auswärtigen Amt.

2.2 Gesundheit und Impfungen

Indonesien ist ein tropisches Land. Durch Mücken können daher die typischen „Tropenkrankheiten“ Dengue-Fieber, Chikunguya-Fieber und das Zika-Virus übertragen werden, gegen die es keine Impfungen oder Prophylaxe gibt. Ich empfehle dir daher, Mückenschutzmittel zu verwenden und gerade bei Dschungel-Touren auch die Kleidung mit Insektenschutzmitteln zu imprägnieren. Für die Haut hat uns bisher Anti-Brumm immer am besten geholfen, die Kleidung haben wir mit Nobite eingesprüht.

In Sumatra besteht darüber hinaus ein, wenn aus eher geringes, Malariarisiko. Wir haben uns daher vorab von einem Tropenarzt beraten lassen und Stand-By-Medikamente mitgenommen. Diese kannst du einnehmen, wenn du Malariasymptome aufweist und nicht zeitnah ein Krankenhaus aufsuchen kannst. Sie ersetzen allerdings natürlich nicht die ärztliche Therapie.

Als Impfungen werden neben den allgemeinen Impfungen nach dem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts insbesondere bei längeren Reisen oder Trekking-Touren auch Impfungen gegen Hepatitis A und B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen. Einen guten Überblick gibt das Tropeninstitut. Lasse dich wenn du unsicher bist am besten von einem Tropenarzt beraten.

2.3 Geld abheben

In Sumatra ist es gerade in ländlichen Gegenden häufig nicht möglich, mit Karte zu zahlen. Ich empfehle dir daher, in größeren Städten genug Geld für die Zeit bis zur nächsten großen Stadt abzuheben. Das Geld solltest du natürlich nicht gesammelt an einem Ort aufbewahren, sondern möglichst verteilt in Rucksäcken und Taschen, damit bei einem Diebstahl nicht alles weg ist.

Das Geldziehen hat sich in Sumatra aber als gar nicht so leicht herausgestellt. So wurde unsere Kreditkarte der DKB, die sonst überall problemlos funktioniert, nicht immer von jedem Automaten akzeptiert. Auch konnte in einem Durchgang häufig nur eine sehr begrenzte Menge Bargeld abgehoben werden. Ich empfehle dir daher, zumindest zwei verschiedene Kreditkarten mitzunehmen und verschiedene Automaten zu testen. Irgendwann klappt es.

2.4 Packliste

Gerade, wenn du längere Zeit in Sumatra verbringst und/oder mehrtägige Trekking-Touren unternehmen möchtest, solltest du etwas zusätzliches Equipment mitnehmen. Alles, was wir für unser Backpacking Sumatra-Abenteuer eingepackt haben, findest du hier.

3. Fortbewegung in Sumatra

In Sumatra stehen dir verschiedene Mittel zur Fortbewegung zur Verfügung. Einen privaten Mietwagen würde ich dir aufgrund des für Europäer doch sehr anderen und unübersichtlichen Verkehrs nicht empfehlen. Alle anderen Fortbewegungsmittel habe ich getestet und (überwiegend) für gut befunden:
Flugzeug

Sowohl, um Sumatra zu erreichen, als auch für die interne Fortbewegung bestehen Flugverbindungen. Auf Inlandsflüge haben wir aber verzichtet, da die meisten Fluggesellschaften, die Inlandsflüge anbieten, nicht als sicher gelten. Außerdem siehst du mehr vom Land, wenn du andere Verkehrsmittel wählst und schonst auch noch die Umwelt.

(Local-)Bus

Zwischen größeren Städten fahren in der Regel Reisebusse, die auch viele Einheimische nutzen. Tickets erhältst du am Busbahnhof, mit dem Fahrplan können dir meistens auch die Gastgeber deiner Unterkunft weiterhelfen. Die Endstation des Busses steht vorne in der Windschutzscheibe.

Viele Busse fahren sehr lange Strecken, beispielsweise von Medan bis Jakarta. Sie fahren daher auch über Nacht, sind recht gemütlich, aber häufig sehr stark klimatisiert. Nehme dir also genug Kleidungsschichten mit. Toiletten gibt es normalerweise im Bus, über die Qualität kann ich leider nichts sagen, weil ich sie nicht getestet habe.

Außerdem transportieren sie neben Menschen auch Pakete und halten daher recht häufig an, um auf- und abzuladen. Du solltest also einen gewissen Zeitpuffer einplanen. Dafür sind die Busse aber sicherlich die günstigste und authentischste Art, das Land zu bereisen.

Minivan/Touristenbus

Unterkünfte und Touristeninformationen organisieren oft auch extra Touristenbusse. Diese Minivans bringen dich gemeinsam mit anderen Touristen von einer Stadt zur nächsten und holen dich manchmal sogar direkt an deiner Unterkunft ab. Sie sind in der Regel etwas schneller als die normalen Busse, können aber recht eng werden, wenn jeder Platz besetzt ist. Da kommt auch mal das ganze Gepäck spontan aufs Dach, damit alle reinpassen.

Trotzdem eine gute Alternative zum Localbus, da der Touristenbus meistens schneller und trotzdem noch günstig ist. Außerdem lernst du andere Reisende kennen und kannst dich während der Fahrt mit ihnen austauschen.

Privater Fahrer

Wenn du direkt zu deiner Unterkunft gebracht werden, unterwegs noch Zwischenziele ansteuern oder einfach etwas mehr Komfort und Privatsphäre möchtest, kannst du auch einen privaten Fahrer nehmen. Auch dieser kann von der Unterkunft organisiert werden. Die Fahrer sprechen zwar häufig nur wenig Englisch, bekommen aber bei der Buchung normalerweise gesagt, wo sie halten sollen. Alles weitere geht mit Händen und Füßen und notfalls werden eben die Gastgeber zum Übersetzen angerufen.

Für die meisten Strecken mit privatem Fahrer zwischen 100km und 150km haben wir 750.000IDR / ca. 45€ gezahlt. Dafür konnten wir beliebig viele Zwischenstopps anfahren und waren verhältnismäßig schnell am Ziel.

Grab-Taxi

Um in größeren Städten von einem Ort zum anderen zu kommen eignet sich die Grab-App. wie bei Uber kannst du hier per App einen Fahrer rufen und bekommst den Preis direkt angezeigt. Super einfach, günstig und praktisch.

Roller

Außerdem besteht für kürzere Strecken auch die Möglichkeit, einen Motorroller zu mieten. Aufgrund des Verkehrs in den meisten Städten haben wir das allerdings nur auf Samosir gemacht, da es dort recht ruhig zuging.

4. Backpacker-Unterkünfte in Sumatra

Gerade in größeren Städten findest du problemlos Unterkünfte über die gängigen Seiten wie booking.com, agoda.com oder airbnb.de. Welche Unterkünfte wir jeweils gewählt haben, findest du in den Beiträgen zu den jeweiligen Orten.

Außerdem kannst du natürlich auch vor Ort spontan nach Unterkünften schauen, über Google Maps und Tripadvisor suchen oder den Tipps anderer Reisender folgen. Da Sumatra touristisch nicht gerade überlaufen ist, ist es selbst zur Hauptreisezeit meiner Erfahrung nach kein Problem, noch spontan eine Unterkunft zu finden.

Ich empfehle dir aber auf jeden Fall, private Gasthäuser und Hostels größeren Hotels vorzuziehen. Meiner Erfahrung nach sind die privaten Unterkünfte nicht nur sauberer und man unterstützt die einheimische Bevölkerung, die Gastgeber sprechen auch meistens wesentlich besser Englisch und können dir viele Tipps zu Sehenswürdigkeiten geben sowie bei der Weiterreise helfen.

5. Essen in Sumatra

Da ein Großteil der Bevölkerung Sumatras muslimisch ist, wirst du recht wenig Schweinefleisch finden. Dieses gibt es nur in christlichen Restaurants. Aber ACHTUNG! Neben Schweinefleisch wird dort häufig auch Hundefleisch angeboten. Restaurants, die Hund anbieten, erkennst du daran, dass daran B1 (für Biang = Hund) steht. Bei Schwein steht dort B2 (Babi).

Typische Gerichte sind das auch in Deutschland bekannte Nasi Goreng und auch Bami Goreng. Beides erhältst du meistens für je 15.000 IDR/ca. 0,86€. Es schmeckt allerdings ganz anders und meiner Meinung nach viel besser als in Deutschland. Außerdem habe ich dort Gado Gado kennen und lieben gelernt, einen warmen Salat mit Erdnusssoße. Super lecker!

Ansonsten gibt es in Sumatra weitere, für Asien typische Gerichte wie würzige Suppen und verschiedene Currys. Auch zum Frühstück wird hier normalerweise herzhaft und warm gegessen. Für Touristen werden aber auch Toasts und die typischen Banana Pancakes angeboten.

6. Internetzugang auf der Sumatra-Reise

Die Internetverfügbarkeit in Sumatra habe ich als erstaunlich gut empfunden. Selbst am Rand des Dschungels gab es noch besseren Empfang als in einigen Gegenden in Deutschland.

Gleich zu Beginn unserer Reise haben wir uns in einem Einkaufszentrum in Medan eine SIM-Karte mit Prepaid-Guthaben gekauft und damit eine Internetflat gebucht. In Sumatra muss man sich dafür registrieren, bei einigen Anbietern benötigt man sogar einen indonesischen Pass. Häufig registrieren die Verkäufer die Karte daher einfach unter ihrem Namen, sodass der Kauf auch für Ausländer möglich ist.

Viele Unterkünfte und auch einige Restaurants und Fast Food-Läden bieten außerdem kostenloses WLAN an. So kannst du zumindest zwischendurch dein Datenvolumen schonen.

7. Backpacking Sumatra: Sicherheit

So exotisch und abenteuerlich Sumatra auch klingt (und ist), es gab während unserer ganzen Reise nur eine einzige Situation in Padang Sidempuan, in der wir uns wirklich unsicher gefühlt haben. Ansonsten haben wir Sumatra als sehr schön und gastfreundlich erlebt. Die Menschen waren stets hilfsbereit, nett und interessiert, aber ohne dabei unangenehm aufdringlich zu sein. Auch Abzocke haben wir nicht erlebt.

Natürlich solltest du nicht leichtsinnig werden. Nachts allein durch dunkle Gassen in zwielichtigen Gegenden zu schleichen ist wohl selten eine gute Idee. Auch teuren Schmuck solltest du nicht zur Schau stellen. Aber mit ein wenig Bauchgefühl und gesundem Menschenverstand sollte es klappen, sich nicht unnötig in Gefahr zu begeben.

Da in Sumatra viele verschiedene Ethnien zusammenleben, kann es aber durchaus zu Unruhen kommen. Diese sind aber nicht an der Tagesordnung. Die innenpolitische Lage solltest du trotzdem, wie in vielen Ländern, etwas im Blick behalten. Zum Thema Sicherheit und Kriminalität kann ich dir ebenfalls die Seite des Auswärtigen Amtes empfehlen, auch wenn diese sich auf ganz Indonesien bezieht.

Eine realistische Gefahr geht von Naturkatastrophen aus. Sumatra liegt, wie ganz Indonesien, im sog. pazifischen Feuerring, einer seismisch sehr aktiven Zone, in der es insbesondere viele aktive Vulkane gibt. Drohen diese auszubrechen, solltest du besser einen Bogen darum machen. Außerdem können in Küstennähe Tsunamis zur Gefahr werden, die durch Seebeben ausgelöst werden.

8. Medizinische Versorgung in Sumatra

Die medizinischen Standards in Sumatra liegen unter den Deutschen. Häufig muss man in eine größere Stadt fahren, um einen Arzt oder ein Krankenhaus zu finden. Krankenhausaufenthalte müssen oft bar bezahlt oder angezahlt werden. Du solltest auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die notfalls auch einen Rücktransport nach Deutschland zahlen würde.

Zum Glück blieben wir von Krankenhausaufenthalten verschont, sodass ich hier keine persönlichen Erfahrungen berichten kann.

9. Umweltschutz auf der Sumatra-Reise

Wenn du durch Sumatra reist wirst du schnell feststellen, wie wunderschön und ursprünglich die Natur und das Leben dort in einigen Bereichen noch ist. Gleichzeitig wirst du aber auch immer wieder an Müllbergen vorbeifahren und verbranntes Plastik riechen. Um die Natur zu schützen und dieser mit deiner Reise nicht zu schaden, solltest du daher ein paar Regeln beachten.

9.1 Umgang mit Wildtieren

Die meisten Reisenden kommen nach Sumatra, um Orang Utans in freier Wildbahn zu sehen. Damit die Touristen möglichst nah an die Menschenaffen herankommen, werden sie von einigen Guides und auch Touristen angefüttert. Das solltest du zum Schutz der Tiere aber besser vermeiden.

Zwar sind die Orang Utans in Bukit Lawang an Menschen gewöhnt, dennoch sollen sie aber nicht verlernen, sich selbst Essen zu beschaffen. Zudem können durch den Kontakt mit den Tieren Krankheiten übertragen werden, die diese dann weiter in den Dschungel tragen. Dort können sie andere Orang Utans, die eben nicht an Menschen und deren Krankheiten gewöhnt sind, anstecken. Ein durchaus realistisches und gefährliches Szenario, das es zu vermeiden gilt.

9.2 Plastik-Vermeidung

In Sumatra wird Plastik weder recycelt, noch anderweitig umweltschonend verwertet. Plastikmüll landet daher häufig im Dschungel, im Meer oder wird in großen Müllbergen verbrannt. Daher solltest du versuchen, derartigen Müll so gut es geht zu vermeiden.

Möglich ist das beispielsweise, indem du kein Essen zum Mitnehmen kaufst oder dir dieses in eine eigene Dose legen lässt. Auch Plastikflaschen kannst du zumindest teilweise vermeiden. Viele Unterkünfte bieten Wasserspender, in denen du für kleines Geld oder sogar kostenlos deine Trinkflasche auffüllen kannst. .

Wir haben uns daher Trinkflaschen* mitgebracht und diese immer wieder aufgefüllt. Auf Einweg-Flaschen sind wir nur im Notfall ausgewichen. Auch weiteren Müll haben wir nach Möglichkeit mit in größere Städte oder sogar wieder ganz mit nach Hause genommen (z.B. Shampooflaschen, Duschgel etc.). Und die in Deutschland bereits üblichen Stoffbeutel halfen auch beim Einkauf in Sumatra, auf Plastiktüten zu verzichten.

9.3 Grundwasser-Schutz

Auch das Abwasser wird nicht so gereinigt und aufbereitet wie in Deutschland. Ich habe daher vorab möglichst umweltfreundliches Duschgel und Shampoo gekauft, um auch beim Baden während unseres Dschungel-Trekkings das Wasser nicht unnötig zu belasten. Meine Tipps hierzu findest du in der Packliste.

10. Kulturelle Besonderheiten in Sumatra

Die Kultur in Sumatra unterscheidet sich durchaus von europäischen, aber auch von anderen indonesischen Kulturen. Und selbst innerhalb Sumatras gibt es zahlreiche kulturelle Unterschiede und Besonderheiten. Dennoch gibt es einige Gepflogenheiten, die du beachten solltest, um dich nicht unhöflich oder gar beleidigend zu verhalten.

10.1 DON´Ts

Öffentliche Liebkosungen

In Sumatra ist es unhöflich, in der Öffentlichkeit Händchen zu halten oder sich sogar zu küssen. Auch als verheiratetes Paar ist es üblich, nebeneinander zu gehen ohne sich zu berühren. Bei der häufig doch sehr hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist das aber auch in Ordnung.

Sehr emotional reagieren

Auch wenn du dich mal ärgerst, solltest du deine Emotionen unter Kontrolle halten und beispielsweise nicht schreien. Indonesier verlieren sonst ihr Gesicht, was in als sehr schlimm empfunden wird.

Zu kurze Kleidung tragen

Gerade für Frauen ist es in Sumatra üblich, weite lange Kleidung zu tragen. Figurbetonte Kleidung, vor allem (sehr) kurze Hosen und Tops, werden als unanständig empfunden. Als Frau empfehle ich daher zumindest in strenger muslimischen Gegenden lange dünne Hosen und weitere T-Shirts zu tragen. Für Männer ist auch eine etwas weitere knielange Hose in Ordnung. In Gegenden, in denen die Einheimischen an Touristen gewöhnt sind, ist auch für Frauen eine knielange Hose in Ordnung.

Auch beim Schwimmen sind Bikinis an vielen Orten nicht üblich. Schaue am besten einfach, wie die Einheimischen selbst sich kleiden. Die meisten gehen einfach in kurzer Hose und T-Shirt ins Wasser. So habe ich es dann auch gemacht.

Nach Schweinefleisch fragen

Da die meisten Menschen in Sumatra Muslime sind, solltest du beim Essen nicht nach Schweinefleisch fragen. Es sei denn natürlich, du bist bei Christen oder in einem christlichen Restaurant zu Gast.

Anderen Menschen die Fußsohlen entgegen Strecken

Da die Füße als unrein gelten, ist es unhöflich, anderen Menschen die Fußsohlen entgegenzustrecken. Achte also darauf, wenn du auf dem Boden sitzt.

Den Kopf anfassen

Der Kopf gilt als Sitz der Seele. Auch kleinen Kindern solltest du daher nicht einfach auf den Kopf fassen.

Neben sitzenden Menschen stehen

Die Menschen in Sumatra sitzen oft am Boden. Wenn du dich mit ihnen unterhältst, setze dich einfach dazu. Über anderen Menschen zu stehen wäre nämlich unhöflich.

Laut die Nase putzen

Zumindest beim Essen solltest du auf geräuschvolles Naseputzen lieber verzichten.

10.2 DO´s

Lächeln!

Die Menschen in Sumatra sind sehr freundlich und lächeln sehr viel. Selbst wenn sie dich einmal nicht von selbst anlächeln, lächeln sie stets zurück. Gewöhne dir also ebenfalls ein freundliches Lächeln an. Du wirst sehen, dass sich beide Seiten damit wohlfühlen werden.

Indonesisch lernen

Viele Menschen in Sumatra sprechen nicht gut Englisch. Mit Indonesisch wirst du aber, trotz lokaler Dialekte und teilweise eigener Sprachen, überall verstanden. Außerdem freuen sich die Menschen sehr, wenn du Interesse an ihrem Land und ihrer Kultur zeigst, indem du ihre Sprache sprichst.

Indonesisch ist wirklich nicht schwer. Ich habe vorab einige Sätze gelernt, was an manchen Stellen die Kommunikation vereinfachen konnte und auch englischsprechende Indonesier sehr gefreut hat.

Die rechte Hand benutzen

Die linke Hand gilt in Indonesien als unrein. Benutze im Alltag also vorzugsweise die rechte Hand, insbesondere beim Essen und wenn du jemandem die Hand reichst.

Smalltalk

Die Menschen in Sumatra halten gerne Smalltalk. Beliebte Themen sind dabei Familie und Religion. Wundere dich also nicht, wenn du gleich zu Beginn eines Gesprächs gefragt wirst, ob du verheiratet bist, Kinder hast und welcher Religion du angehörst.

Geduld mitbringen

In Sumatra ticken die Uhren einfach anders. Busse fahren nicht immer pünktlich, Fahrstrecken dauern häufig wesentlich länger als angegeben. Sei geduldig und lasse dich auf die entspannte Lebensart ein. Du bist ja im Urlaub.

Teilen

Es ist ganz normal, in Sumatra zu teilen. So wird es immer wieder vorkommen, dass dir z.B. jemand etwas von seinem Essen anbietet. Eine wie ich finde sehr schöne Eigenschaft, die man auch als Tourist übernehmen sollte.

Auf eine neue Kultur einlassen

Wie hier bereits deutlich wurde, unterscheiden sich Kultur und Denkweise der Menschen in Sumatra in einigen Bereichen von unseren. Das ist spannend und kann sehr bereichernd sein. Lasse dich also darauf ein und versuche auch Dinge zu akzeptieren, die dir ungewöhnlich erscheinen. Es lohnt sich.

10.3 Weitere Besonderheiten

Familie

In Sumatra ist es normal, früh zu heiraten und Kinder zu bekommen. Als unverheiratetes Paar zu reisen ist ungewöhnlich und gilt in manchen Gegenden als geradezu unanständig. An den meisten Orten wird darauf lediglich mit Gekicher reagiert. Bei Unterkünften kann es aber gerade in strenger muslimischen Gegenden sinnvoll sein, die Frage, ob du verheiratet bist, einfach mit ja zu beantworten, um ein gemeinsames Zimmer zu bekommen.

Auch habe ich mir sagen lassen, dass alleinreisende unverheiratete Frauen sich gerne einen Ehemann erfinden, um Annäherungsversuche, aber auch einfach zu viele verwunderte Nachfragen zu vermeiden.

Religion

Religion spielt im Alltag der Indonesier eine durchaus wichtige Rolle. Keiner Religion anzugehören ist in Sumatra sehr ungewöhnlich und stößt auf Unverständnis. Das ist nicht böse gemeint, die Religion gehört hier einfach zum Leben dazu und ist für die Menschen nicht wegzudenken.

Welcher Religion du angehörst, ist dabei zweitrangig. Uns wurde von den Menschen immer wieder gesagt, dass zumindest Christen und Muslime hier sehr friedlich zusammenleben und es sogar gemischte Ehen gebe. Trotzdem freuen sich die Menschen sehr zu hören, wenn du ihrer eigenen Religion angehörst.

Hilfsbereitschaft

Die Menschen in Sumatra habe ich als sehr offen und hilfsbereit erlebt. Immer wieder wurde uns geholfen, wenn wir uns irgendwo nicht zurechtfanden. Eine Gegenleistung wurde nie gefordert.

Auch sind die Menschen aufgeschlossen und neugierig und unterhalten sich gerne mit anders aussehenden Menschen wie uns. Dabei wurden auch gerne Fotos gemacht, aber immer vorher um Erlaubnis gefragt (was du umgekehrt natürlich auch machen solltest). Insgesamt habe ich die Menschen in Sumatra als sehr freundlich und unaufdringlich erlebt.

Weitere Informationen

Das waren meine allgemeinen Tipps und Infos über Sumatra. Wenn du nun in die weitere Planung deiner Sumatra-Reise einsteigen möchtest, kann ich dir meinen Artikel zu unserer Reiseroute empfehlen. Dort findest du auch viele weitere Links zu den einzelnen Orten und Sehenswürdigkeiten in Sumatra.

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