Bukittinggi: 5 tolle Gründe für eine Reise dorthin

Bukittinggi: 5 tolle Gründe für eine Reise dorthin

Für mich war Bukittinggi die schönste Stadt auf unserer Sumatra-Reise. Die Stadt selbst hat schon einiges an Kultur und Natur zu bieten und im Umland findest du noch mehr tolle Sehenswürdigkeiten. Trotzdem kommen nur wenige Reisende hierher, da die Anreise von den weiteren Sehenswürdigkeiten Sumatras aus recht weit ist. Das südlichste Ziel der meisten Reisenden ist daher der Toba-See, anschließend geht es zurück nach Medan.

Gerade deshalb kann sich eine Reise hierhin aber besonders lohnen, da die Stadt gerade nicht auf ausländische Touristen ausgelegt ist. So kannst du hier ein authentisches Stück Sumatra erleben.

Bukittinggi ist eine für asiatische Verhältnisse eher kleine, aber trotzdem sehr lebendige Stadt. Das Klima ist aufgrund der Lage auf etwa 900m über dem Meeresspiegel sehr angenehm.

Hier zeige ich dir 5 Gründe, warum du auf jeden Fall nach Bukittinggi weiterreisen (oder alternativ deine Reise hier starten) solltest. Neben den tollen Sehenswürdigkeiten gebe ich dir hilfreiche Tipps zur Anreise und Unterkünften.

An- und Abreise Bukittinggi

Wir selbst sind nach einer Zwischenübernachtung von Padang Sidempuan aus mit einem privaten Fahrer angereist, was ich dir aufgrund des hohen Preises aber eher nicht empfehlen würde. Besser ist es, von Parapat aus entweder den Local-Bus oder einen Touristenbus zu nehmen. Den Local-Bus kannst du am Busbahnhof von Parapat buchen, den Touristenbus bei der Touristeninformation in Tuk Tuk auf der Insel Samosir.

Beide Busse starten nachmittags in Parapat und fahren über Nacht, sodass du nach etwa 12-16 Stunden Fahrt morgens in Bukittinggi ankommst. Da der Local-Bus ein großer Reisebus ist, finde ich diesen persönlich für so eine weite Fahrt gemütlicher. Dafür dient dieser Bus aber gleichzeitig auch als Post-Bus, sodass die Fahrt in der Regel länger dauern wird als mit dem Touristenbus.

Es besteht auch die Möglichkeit, von Medan aus direkt mit dem Bus durchzufahren. Das dauert allerdings sehr lange und da es unterwegs eine Menge zu sehen gibt, ist eine Anreise mit einigen Zwischenstopps weitaus schöner.

Außerdem kannst du natürlich auch aus dem Süden anreisen, wenn deine Sumatra-Tour dich zuerst nach Padang führt. Flüge nach Padang gibt es beispielsweise von Jakarta aus. Von dort aus kannst du entweder mit einem privaten Fahrer oder einem Bus nach Bukittinggi fahren.

Wir haben diese Option andersherum für unsere Weiterreise gewählt. Ein privater Fahrer hat uns nach Padang gebracht, von wo aus wir dann über Jakarta nach Denpasar geflogen sind. Die vorgestellten Reisemöglichkeiten funktionieren also normalerweise in beide Richtungen.

Unterkünfte in Bukittinggi

Auf den üblichen Hotelseiten wie Booking, Agoda oder airbnb findest du zahlreiche Unterkünfte in Bukittinggi. Besonders ans Herz legen möchte ich dir aber eine Unterkunft, die auf diesen Seiten nicht zu buchen ist: Das Hello Guesthouse. Es befindet sich mitten in der Innenstadt, alle Sehenswürdigkeiten in der Stadt sind von dort fußläufig erreichbar.

Die Gastgeberin, Ling, ist sehr nett und hilfsbereit und spricht super Englisch. Sie kann dir viele Tipps zu Ausflügen, Sehenswürdigkeiten und Weiterreise geben und alles organisieren. In dem Gasthaus gibt es sowohl Zweibettzimmer als auch Dorms. Die Zimmer sind super sauber und es gibt warmes Wasser. Ein Frühstück wird ebenfalls angeboten.

Falls du einen leichten Schlaf hast, würde ich dir allerdings empfehlen, nach einem innen liegenden Zimmer zu fragen. In der Nähe befinden sich nämlich zwei Moscheen, die morgens sehr früh sehr laut sind. Dieses Problem gibt es natürlich bei allen zentral gelegenen Unterkünften in Bukittinggi. Für ihre Gäste hält Ling daher auch Oropax bereit und warnte uns bei der Buchung sogar vor, was ich sehr nett fand.

Und hier kommen meine 5 Gründe: Sehenswürdigkeiten in und um Bukittinggi

In Bukittinggi und der direkten Umgebung gibt es so vieles zu sehen, dass es gar nicht so leicht ist, alles übersichtlich zusammenzufassen. Ich habe es natürlich trotzdem versucht und präsentiere dir hier 5 tolle Gründe für eine Reise nach Bukittinggi und die jeweils dazugehörenden Sehenswürdigkeiten.

1. Die Stadt selbst

Bukittinggi ist eine lebendige Stadt, die umgeben von wunderschöner Natur ist. In der Stadt selbst findest du du hübsche Bauwerke, geschichtlich Interessantes und leckeres Essen:

1.1 Jam Gadang: Der Uhrturm

Mitten in der Innenstadt steht der Uhrturm Jam Gadang (Jam = Uhr). Er ist das wahrscheinlich meist fotografierte Gebäude der Stadt und ist mit seinem Dach im typischen Baustil der Minangkabau tatsächlich hübsch anzuschauen. Leider wurde zu der Zeit unserer Reise dort gebaut, sodass wir ihn nur hinter einem Bauzaun bewundern konnten.
Sehenswürdigkeiten Bukittinggi: Jam Gadang

1.2 Märkte und traditionelle Restaurants

In unmittelbarer Nähe zum Uhrturm zieht sich ein Markt durch die Stadt. Hier bekommst du eigentlich alles zu kaufen: Essen, Kleidung, Taschen, Technik und vieles mehr. Nimm dir einfach etwas Zeit, herüber zu schlendern.

Direkt gegenüber des Uhrturms befindet sich außerdem ein Einkaufszentrum und in den umliegenden Straßen findest du viele Restaurants. In den traditionellen Restaurants kannst du dir einen Teller aus vielen verschiedenen Speisen zusammenstellen. Die Speisen liegen im vorderen Bereich an einer Theke aus. Wenn du dich einfach hinsetzt, ohne gewählt zu haben, werden alle Speisen in kleinen Schüsseln auf deinen Tisch gestellt. Bezahlt wird dann jedes Schüsselchen, aus dem du gegessen hast. Aber selbst, wenn du von vielen Schüsseln isst, ist das Essen normalerweise sehr günstig. Also probiere dich ruhig etwas durch, es lohnt sich.

Bukittinggi: Traditionelles Restaurant

1.3 Fort de Kock

Das ehemalige niederländische Fort, nach dem die Stadt bis zur Unabhängigkeit Indonesiens benannt war, kann zwar besichtigt werden, wir haben uns aufgrund der zahlreichen negativen Bewertungen aber dagegen entschieden. Allerdings ist die Brücke, die vom Fort zum ebenfalls wohl leider gar nicht empfehlenswerten Zoo führt, hübsch anzuschauen. Der Vollständigkeit halber habe ich diese Sehenswürdigkeit hier noch mit aufgenommen.

Bunte Brücke am Fort de Kock
Bunte Brücke am Fort de Kock

2. Geschichte und Aussicht im Panorama-Park 

Direkt am Stadtrand kannst du die Aussicht über das Umland von Bukittinggi bewundern, ein altes Tunnelsystem besuchen und über die „chinesische Mauer“ von Sumatra wandern:

2.1 Der Panorama-Park

Ein Besuch des Panorama-Parks lohnt sich definitiv. Er kostet zwar etwas Eintritt (20.000 IDR/ca. 1,20€), dafür kannst du aber neben dem Park und dem sich darunter befindenden Tunnelsystem vor allem die wunderschöne Aussicht auf den Sianok Canyon genießen. Aber pass auf, dass du dein Hab und Gut sicherst, denn hier gibt es einige Affen, die immer auf der Suche nach einem Snack sind.

Bukittinggi: Panorama-Park
Affen genießen im Panorama-Park den Ausblick über den Sianok Canyon

Rechts im Bild siehst du die „chinesische Mauer“, über die du beim Trekking durch den Sianok Canyon laufen kannst.

2.2 Der japanisch Tunnel: Lobang Jepang

Lobang Jepang (= japanischer Tunnel) ist ein unterirdisches Tunnelsystem mit vielen Räumen, das die Japaner im 2. Weltkrieg erbaut haben. Die Räume wurden genutzt, um Ausrüstung zu lagern. Das offenbar sehr stabile System hat sogar die vergangenen Erdbeben überstanden.

Heute kann das historische Tunnelsystem besichtigt werden. Der Eingang befindet sich im Panorama-Park, erneuter Eintritt muss nicht gezahlt werden. Leider gibt es im Tunnel selbst nicht sehr viele Informationen. Die Räume sehen alle recht ähnlich aus.

Lobang Jepang: Eingang
Eingang zum japanischen Tunnel
Lobang Jepang: Weg in den Tunnel
Es geht bergab in den Tunnel
Lobang Jepang: Tunnel
Enge Gänge im Lobang Jepang
Raum im Japanischen Tunnel
Raum im Japanischen Tunnel

Auch wenn alles gut ausgeleuchtet ist, empfand ich die engen, niedrigen und labyrinthartigen Wege als  gruselig. Wir sind daher nach kurzer Zeit wieder gegangen. Trotzdem solltest du dir den Tunnel nicht entgehen lassen.

3. Die atemberaubenden Landschaften

Wie ich bereits angedeutet habe, findest du bereits in unmittelbarer Nähe zur Stadt eine wunderschöne Landschaft. Aber auch die weitere Umgebung von Bukittinggi hat einiges zu bieten. Die schönsten Gebiete zum Wandern und Staunen stelle ich dir hier vor.

3.1 Sianok Canyon

Der Sianok Canyon, der vor vielen Jahren bei einem großen Erdbeben entstanden ist, grenzt direkt an Bukittinggi. Vom Panorama-Park aus gibt es einen sehr schönen Rundweg durch den Canyon. Von der Stadt kommend musst du rechts abbiegen. Der Weg führt dann zunächst eine Weile Fluss entlang, dann geht es irgendwann links zum Taruko Café. das ich dir sehr empfehlen kann. Das Essen und die Shakes sind super lecker und der Ausblick ein Traum. Weiter geht es die Straße entlang, bis diese wieder bergauf aus dem Tal heraus führt. Oben hast du eine wunderschöne Aussicht über den Canyon.
Bukittinggi: Ausblick über den Sianok Canyon
Ausblick über einen Teil des Sianok Canyon

Allerdings bin ich mir bis heute nicht sicher, ob dies der richtige Weg war, denn anschließend wurde es recht abenteuerlich. Nachdem wir ein kleines Dorf erreicht und keine Ahnung hatten, wo es weitergehen sollte, führte uns eine Dorfbewohnerin über einen Trampelpfad durch Reisfelder. Anschließend ging es durch den Dschungel, über eine Brücke und durch weitere Reisfelder, bis wir schließlich Koto Gadang, das Dorf der Silberschmiede erreichten. Von dort aus geht es über die „Great Wall von Koto Gadang“ mit schöner Aussicht zurück nach Bukittinggi.

Chinesische Mauer von Koto Gadang
Chinesische Mauer von Koto Gadang

Wenn du den Rundweg durch den Sianok Canyon gehen möchtest, frage am besten in deiner Unterkunft nach. Die Gastgeber kennen sich aus und können dir den Weg erklären. Alternativ kannst du natürlich auch einen Guide nehmen, der dir alles zeigt und unterwegs vielleicht noch etwas erklären kann.

3.2 Harau Valley

Das Harau Valley ist ein landschaftlich wunderschönes, von hohen rotbraunen Felsen in den unterschiedlichsten Formationen umgebenes, sehr weitläufiges Tal. Hier kannst du wandern gehen, aber auch übernachten und ein paar Tage ausspannen. Im Gegensatz zum quirligen Bukittinggi ist es hier sehr ruhig, es gibt ein paar kleine Dörfer und viele weite Felder.

Harau Valley
Malerisches Harau Valley
Harau Valley
Blick über die Felder im Harau Valley

Wir sind mit einem Fahrer für einen Tag ins Harau Valley gefahren. Dort haben wir drei Wasserfälle und sind durch ein kleines Dorf gewandert. Die Menschen des Dorfes fanden uns sehr interessant. Wir haben gemeinsam zwei frisch geerntete Kokosnüsse gegessen und ich konnte meine neuen Indonesisch-Kenntnisse testen.

Viele Indonesier besuchen das Tal für einen oder mehrere Urlaubstage. Für sie waren neben den Wasserfällen und der schönen Landschaft auch wir als Fotomotive sehr begehrt.

Wasserfall im Harau Valley
Wasserfall im Harau Valley
Echo-Point im Harau Valley
Von diesem "Echo-Point" aus kannst du ins Tal rufen und dein Echo hören

3.3 Reisfelder und Wasserfälle im Umland

Neben dem Sianok Canyon und dem Harau Valley braucht sich auch das weitere Umland von Bukittinggi nicht zu verstecken. Hier gibt es jede Menge farbenfrohe Reisfelder und weitere Wasserfälle zu entdecken, die wir bei einem Tagesausflug ins Umland bewundern durften.

Reisterrassen nahe Bukittinggi
Abgeerntete Reisterrassen im Umland von Bukittinggi
Reisterrassen nahe Bukittinggi
Im Kontrast hierzu: frische grüne Reisfelder, soweit das Auge reicht

4. Minangkabau-Kultur

Nicht nur die Natur in und um Bukittinggi ist atemberaubend. Auch kulturell hat diese Gegend etwas zu bieten. So ist West-Sumatra bekannt für die Minangkabau, eines der wenigen Völker, die im Matriarchat leben.

Obwohl die Minangkabau heute Muslime sind, haben sie ihre matriarchische Kultur erhalten. Zwar sind die Männer die Stammesführer, der Besitz wird aber von Mutter zu Tochter vererbt und Frauen genießen ein hohes Ansehen und eine große Autorität im Privatleben.

Traditionelle Bauwerke der Minangkabau finden sich in unterschiedlichsten Ausführungen, ob neu oder alt, groß oder klein, in vielen Gegenden West-Sumatras. So auch im Königspalast sowie den Dörfern rund um Bukittinggi.

4.1 Pagaruyung Palace

Der Königspalast von Pagaruyung ist sicherlich eine der beliebtesten Touristenattraktionen in der Nähe von Bukittinggi. Hier haben wir zahlreiche, vor allem indonesische Touristen getroffen, für die wir selbst auch wieder eine Attraktion darstellten. Der Palast wird seit 1833 von keiner Königsfamilie mehr bewohnt. Er ist bereits mehrfach abgebrannt, aber immer wieder vollständig aufgebaut worden, zuletzt im Jahr 2007. Die Architektur sowie auch die kunstvollen Verzierungen und Inneneinrichtung sind sehr sehenswert.

Angereist sind wir mit unserem Guide Armando, den uns die Gastgeberin unserer Unterkunft empfohlen hat. Er hat uns einen Tag lang das Umland von Bukittinggi gezeigt und viel über die Kultur und Lebensweise der Menschen hier erzählt.

Pagaruyung Palace
Pagaruyung Palace, der Königspalast der Minangkabau
Pagaruyung Palace
Kunstvolle Innenausstattung des Königspalastes

4.2 Gelebte Kultur in den Dörfern der Minangkabau

Neben dem Königspalast findest du auch in vielen Dörfern die traditionellen Minangkabau-Häuser mit den charakteristischen geschwungenen Dächern. Mit unserem Guide haben wir bei der Tagestour durch das Umland ein Minangkabau-Dorf besucht. Die Dorfbewohner haben uns herzlich empfangen und uns ihr Dorf gezeigt. Dabei handelte es sich nicht um ein „Touristen-Dorf“. An den Reaktionen der Menschen war zu spüren, dass hier nicht sehr häufig Europäer vorbeikommen. Für sie waren wir daher genauso interessant, wie sie und ihr Dorf für uns.

In dem Dorf durften wir ein klassisches Minangkabau-Haus besuchen. Durch einen modernen Anbau kamen wir in das traditionelle Haus, das nur aus einem großen Wohnraum besteht, von dem aus kleine Schlafkammern in Richtung der Hausrückseite betreten werden können. Hier lebte die Familie mit ihren Töchtern. Unverheiratete Söhne übernachten traditionell in einem „Männerhaus“.

Gerade der Mix aus Tradition und Moderne macht diese Kultur sehr interessant. Die Familie des Hauses lebt aktuell hauptsächlich im Anbau, das traditionelle Haus wird für größere Feierlichkeiten genutzt. Es findet sich aber auch immer noch parallel die traditionelle Lebensweise.

Minangkabau-Dorf
Traditionelles Minangkabau-Haus mit modernem Anbau
Traditionelles Minangkabau-Haus von innen
Traditionelles Minangkabau-Haus von innen

5. Rafflesia und Kopi Luwak: Die größte Blume und der teuerste Kaffee der Welt

Zusätzlich zu den bereits vorgestellten Highlights hat das Umland von Bukittinggi auch einige Superlative zu bieten. So kannst du hier mit etwas Glück eine der größten Blumen der Welt sehen und zu verhältnismäßig sehr günstigen Preisen den berühmten „Katzen-Kaffee“ probieren.

5.1 Trekking-Tour zur größten Blume der Welt

Die Riesenrafflesie ist für die größten Blüten der Pflanzenwelt bekannt. Sie blüht nur etwa einmal im Jahr für 4 bis 7 Tage, wobei es keine konkrete Blütezeit gibt. Durch das gleichmäßig feuchtwarme Klima in Sumatra kannst du also das ganze Jahr über Glück haben.
 
Allerdings wächst die Blume nicht einfach am Wegesrand, sondern in der Regel mitten im Dschungel. Als wir hörten, dass nahe Bukittinggi eine Rafflesia zu blühen begonnen hatte, legten wir auf dem Weg zum Flughafen einen spontanen Stopp am Startpunkt der Wanderung ein. Zum Glück wusste unser Fahrer, von wo aus man zur Rafflesia wandern kann.
 
Unsere Tour begann an einem kleinen Café, in dem Kopi Luwak verkauft wurde. Als wir ankamen kehrten gerade zwei ältere Holländerinnen von der Trekking-Tour zurück. Ihnen war es im Dschungel zu rutschig und steil geworden, sodass sie es leider nicht bis zur Rafflesia geschafft hatten. Das hätte uns eine Warnung sein können…
 
War es aber nicht. Also marschierten wir kurz darauf, mit Insektenspray an den Beinen gegen die Blutegel bewaffnet, mit unserem Guide los. Dieser war gerade erst mit den restlichen Holländern zurückgekehrt und schon ging es für ihn weiter. Über schmale und vom Regen rutschige Pfade führte er uns an steilen Hängen entlang durch den Dschungel. Uns wurde zunehmend bewusst, dass die Trekking-Tour nicht gerade ungefährlich ist. Aber nun wollten wir die Blume auch sehen.
 
Und schließlich schafften wir es. Nach über einer Stunde erreichten wir die Rafflesia. Ein verhältnismäßig kleines Exemplar, aber egal! Wir haben sie gefunden!
Rafflesia in Sumatra
Völlig fertig, aber glücklich bei der größten Blume der Welt angekommen

Die Blume verströmt übrigens den Geruch von gammeligem Fleisch, um Fliegen zur Bestäubung anzulocken. Man muss allerdings schon recht nah herangehen, um den Aas-Geruch zu vernehmen.

Der Rückweg war noch rutschiger als der Hinweg und unser Guide, der übrigens in Flip Flops unterwegs war, musste mich mehrfach festhalten, damit ich nicht hinfalle. Einmal ist es dann aber doch passiert. So kamen wir nach einer weiteren Stunde komplett verdreckt und etwas schockiert über den Weg, aber dennoch froh über unser Abenteuer, zurück.

5.2 Einmal „Katzen-Kaffee“ kosten

Am Startpunkt der Trekking-Tour besteht die Möglichkeit, den berühmten „Katzen-Kaffee“ Kopi Luwak zu probieren und zu kaufen. Ein schönes und außergewöhnliches Mitbringsel. Die Kaffeefrüchte werden von wild lebenden Schleichkatzen gefressen und die darin befindlichen Kaffeebohnen unverdaut wieder ausgeschieden. Hierdurch werden die Kaffeebohnen fermentiert und erhalten einen besonderen, milden Geschmack. Diese werden dann im Dschungel eingesammelt. Natürlich werden die ausgeschiedenen Bohnen gründlich gereinigt und geröstet.
 
Kopi Luwak in Sumatra
Kopi Luwak in den verschiedenen Verarbeitungsstadien
Kopi Luwak in Sumatra
"Katzen-Kaffee" mit einer Zimtstange

Leider werden die Schleichkatzen aufgrund des hohen Wertes des Kaffees häufig in Gefangenschaft gehalten und mit Kaffeebeeren gefüttert. Bei dem von uns besuchten Café wurde uns versichert, dass dort keine Tiere in Gefangenschaft gehalten werden und der Kaffee tatsächlich aus dem Dschungel stammt. Ich hoffe natürlich, dass das stimmt. Zumindest habe ich aber keinerlei Käfige gesehen.

Neben diesem besonderen Kaffee wird in Sumatra aber auch weiterer Kaffee angebaut, sodass sich der Besuch einer Kaffeerösterei anbietet. Wir waren im Rahmen unseres Ausflugs ins Umland von Bukittinggi bei einer lokalen Kaffeerösterei KINIKO und konnten dort bei herrlicher Aussicht neben verschiedenen Kaffeesorten auch einen Kaffeetee und besondere getrocknete Bananen probieren.

Weitere Highlights

Wenn dich diese 5 Gründe noch nicht überzeugt haben oder du einfach in der glücklichen Situation bist, noch mehr Zeit in Bukittinggi zu haben, so gibt es im Umland noch weitere Sehenswürdigkeiten. Leider konnten wir diese nicht mehr besuchen, da unser Flug bereits gebucht war. Da sie mir von anderen Reisenden empfohlen wurden, möchte ich sie dir aber trotzdem nicht vorenthalten:

 

Kuhrennen in Bukittinggi

Eine sicherlich sehr sehenswertes Ereignis sind die lokalen Kuhrennen in der Umgebung von Bukittinggi, zu denen viele Einheimische zusammenkommen. Als wir dort waren fand leider Samstagvormittag ein solches Rennen statt, wir sind aber erst nachmittags angereist und haben es daher verpasst.

Wenn du gerne ein Kuhrennen sehen möchtest, frage am besten einfach in deiner Unterkunft nach Zeit und Ort. Von einigen Unterkünften wird auch eine gemeinsame Anreise organisiert.

Besteigung des Gunung Merapi

Der Vulkan Gunung Merapi kann bestiegen werden, allerdings solltest du dich natürlich vorher über die aktuelle vulkanische Aktivität informieren. Einige Bewohner unserer Unterkunft sind zum Sonnenaufgang auf den Vulkan gestiegen, was wohl sehr schön war.

Erholung am See Maninjau

Der Maninjau-See ist ein Kratersee in der Umgebung Bukittinggis, der zum Baden und Erholen einlädt. Er wurde uns von einigen Reisenden und Einheimischen empfohlen, aber leider hatten wir nicht mehr genug Zeit, ihn zu besuchen. Wenn du etwas mehr Zeit in dieser Gegend verbringst, ist er aber sicherlich empfehlenswert.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich Bukittinggi und vor allem die Natur und Kultur im Umland als wunderschön, sehr abwechslungsreich und absolut sehenswert empfunden habe. Weshalb diese Gegend bei ausländischen Touristen weniger beliebt ist als Bukit Lawang oder der Toba-See, kann ich mir nur mit der etwas schwierigeren Erreichbarkeit durch die Entfernung zu Medan erklären. Die Anreise lohnt sich aber auf jeden Fall, es gibt eine Menge zu entdecken und bewundern.

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