Urlaub zu Corona-Zeiten: 3 Länder im Vergleich

Urlaub zu Corona-Zeiten: 3 Länder im Vergleich

Urlaub zu Corona-Zeiten: Zugegeben, wir haben lange überlegt, ob wir in der momentanen Corona-Situation überhaupt verreisen sollten. Einerseits waren wir, nachdem ein großer Urlaub im Sommer ausgefallen war, echt urlaubsreif und hatten Sehnsucht nach Sonne und Meer. Andererseits wollten wir nicht gerne fliegen und auch uns und andere nicht unnötig gefährden.

Da die Zahlen aber zum Zeitpunkt dieser Überlegungen Ende Juni gerade relativ niedrig waren, beschlossen wir schließlich, im September einen Roadtrip zu unternehmen. Mit Zwischenstopps in Österreich und Bayern wollten wir nach Kroatien und wieder zurück fahren.

Kurz bevor es losgehen sollte, wurden immer mehr Regionen in Kroatien zum Risikogebiet erklärt. Österreich stufte sogar das ganze Land als Risikogebiet ein. Die Zahlen in den Gebieten, die wir besuchen wollten, blieben jedoch relativ niedrig. So entschieden wir uns schließlich dazu, unsere Zeit in Kroatien zwar etwas zu verkürzen, es aber dennoch zu versuchen. Schließlich wollten wir uns dort ohnehin nicht in Menschenmassen aufhalten, sondern einfach die Natur genießen und entspannen. Und letztlich hängt es ja auch von unserem eigenen Verhalten ab, ob wir uns unnötig gefährden oder nicht.

So haben wir nun im September zwischen den Sommerferien und den Herbstferien drei Länder besucht und festgestellt: Urlaub zu Corona-Zeiten ist durchaus möglich. Auch ohne sich und andere zu gefährden. Von meinen Erfahrungen möchte ich dir hier gerne auch unter Corona-Gesichtspunkten erzählen. Dabei gehe ich jeweils auf die Einreise, Hygienemaßnahmen, Touristenmengen und meinen Gesamteindruck ein.

1. Urlaub zu Corona-Zeiten: Österreich

In Österreich haben wir uns insgesamt vier Nächte aufgehalten. Drei in Stans in der Nähe von Innsbruck und eine am Faaker See, kurz vor der slowenischen Grenze.

Da Österreich Kroatien komplett zum Risikogebiet erklärt hatte, konnten wir hier nur auf dem Hinweg Zeit verbringen. Auf dem Rückweg durften wir nur noch durchfahren.

Zunächst hatten wir überlegt, mehr Zeit in Österreich zu verbringen und Kroatien zur Sicherheit auszulassen. Im Nachhinein bin ich aber super froh, dass wir es nicht so gemacht haben, denn Österreich war in Sachen Corona-Prävention nicht gerade vorbildlich.

1.1 Einreise nach Österreich

Vor der Einreise nach Österreich auf dem Rückweg hatten wir aufgrund all der Meldungen von Horror-Staus etwas Angst. Umso überraschter und auch erleichterter waren wir, dass die Grenzübertritte nach Österreich sowohl aus Deutschland als auch aus Slowenien komplett unproblematisch waren.

Auf dem Hinweg mussten wir unsere Ausweise vorzeigen, auf der Rückreise wurden wir sogar einfach durchgewunken. Und das, obwohl wir aus Richtung Kroatien kamen. Wir hatten sogar extra ein Einreiseformular vorbereitet, das aber niemand haben wollte. Staus gab es, wahrscheinlich auch aufgrund der leichten Einreise, keine.

Beachten bei der Einreise nach Österreich musst du nur, dass du eine Vignette benötigst. Diese kannst du aber an zahlreichen Raststätten und Tankstellen vor der Grenze kaufen.

1.2 Hygienemaßnahmen in Österreich

Inzwischen wurden die Maßnahmen meines Wissens nach verschärft, aber im September schien es in einigen Bereichen von Österreich kein Corona zu geben.

In beiden Unterkünften, die wir besuchten, trugen weder die Gäste noch das Personal Masken. Von Buffets konnte sich jeder selbst bedienen, auf Abstände wurde nicht geachtet. Auch die Tische standen kaum weiter auseinander, als zu „normalen“ Zeiten. Zudem gab es gleich am ersten Abend eine große Gartenparty, an der das ganze Hotel teilnahm. Wirklich wohl gefühlt haben wir uns da nicht und uns lieber ein Plätzchen fernab vom Geschehen gesucht.

Die einzigen Maßnahmen in Unterkünften und Restaurants waren Desinfektionsmittelspender und vielleicht minimal größere Abstände bei den Tischen. Wobei in Österreich zu dieser Zeit auch nur 1m-Abstände empfohlen wurden.

Im Gegensatz hierzu galten in öffentlichen Verkehrsmitteln und auch bei einigen Attraktionen Maskenpflicht und eine Verringerung der Besucherzahlen.

1.3 Touristenmenge in Österreich

Wie bereits erwähnt, wurden die Besucherzahlen bei einigen Attraktionen eingeschränkt und das Tragen von Masken zumindest empfohlen.

Abgesehen davon kam es mir in Österreich für diese Reisezeit aber nicht außergewöhnlich ruhig vor. Trotzdem hatten wir in der Natur immer genug Platz und mussten uns zum Glück nirgendwo durch Menschenmassen schieben.

2. Urlaub zu Corona-Zeiten: Kroatien

In Kroatien haben wir insgesamt 10 Nächte verbracht. Zwei davon an den Plitvicer Seen (wunderschön, aber dazu später mehr), sechs in einem Strandhotel in Rabac (Istrien) und jeweils eine in Pula und Rovinj (auch Istrien).

2.1 Einreise nach Kroatien

Bereits vor der Einreise hatten wir online das Einreiseformular für Kroatien ausgefüllt und den dadurch erhaltenen Code gut sichtbar hinter unsere Windschutzscheibe gelegt. Dadurch ging die Einreise wirklich schnell. Nur kurz die Ausweise kontrolliert, auf den Zettel geschaut und weiter ging es.

Die Ausreise war ebenso unkompliziert. Hier musst du nur beachten, dass an der Grenze zwei Kontrollstationen hintereinander kommen. Erst die kroatische und dann, da man in Schengen-Gebiet einreist, noch eine slowenische. Die hätten wir beinahe übersehen, der Grenzbeamte hat aber deutlich auf sich aufmerksam gemacht. So konnten wir doch legal einreisen.

2.2 Hygienemaßnahmen in Kroatien

Die Hygienemaßnahmen in Kroatien haben mich sehr positiv überrascht. Alle unsere Unterkünfte waren super sauber, die Gastgeber der kleineren Unterkünfte sowie das Personal und auch viele Gäste im Strandhotel trugen Masken. Am Buffet durften sich die Gäste nicht selbst bedienen, sondern bekamen das Essen gereicht.

Bei den Tischen in Restaurants wurden die Abstände meistens eingehalten und die Tische wurden gut gereinigt. Die Kellner trugen Masken. Desinfektionsmittel stand ebenfalls überall zur Verfügung.

Darüber hinaus durften Hotels nicht voll ausgelastet werden. In unserem Strandhotel wurden nur maximal 80% der Zimmer vermietet, tatsächlich gebucht waren etwa 50%. Einige Hotels hatten ganz geschlossen, sodass auch am Strand immer genug Platz war.

2.3 Touristenmenge in Kroatien

Dadurch, dass Kroatien von den meisten anderen Ländern komplett als Risikogebiet eingestuft worden war, gab es extrem wenige und fast ausschließlich deutsche Touristen. Nirgendwo mussten wir anstehen, am Strand, in Cafés und Restaurants konnten wir uns die besten Plätze aussuchen. Das machte den Urlaub gleich noch erholsamer.

Selbst große Sehenswürdigkeiten mussten wir mit kaum anderen Menschen teilen. Die Plitvicer Seen waren morgens um 8 Uhr kaum besucht, erst nachmittags kamen ein paar kleinere Gruppen hinzu, denen wir aber gut aus dem Weg gehen konnten. Das Amphitheater von Pula teilten wir uns zeitweise nur mit einem anderen Besucher.

Urlaub zu Corona-Zeiten: Amphitheater Pula

3. Urlaub zu Corona-Zeiten: Deutschland/Bayern

Auf dem Rückweg haben wir noch drei Nächte in Bayern verbracht. Ich weiß, das ist (eigentlich ;)) kein eigenes Land, aber der Vollständigkeit halber nehme ich es trotzdem hier mit auf. Gerade, weil Bayern in Sachen Corona-Prävention ja oft eigene Wege geht.

3.1 Einreise nach Deutschland

Die Einreise nach Deutschland verlief ebenfalls entspannt. Es gab einen kleinen Stau an der Grenze, da Autos stichprobenartig kontrolliert wurden. Wir konnten aber einfach durchfahren. An einer Raststätte hinter der Grenze konnte man einen Corona-Test machen, wenn man aus einem Risikogebiet kam. Andernfalls gab es weiter nichts zu beachten.

3.2 Hygienemaßnahmen in Bayern

Sowohl in den Hotels als auch in Restaurants wurde sehr auf Sauberkeit und Abstände geachtet. Bis man sein Zimmer bzw. seinen Platz erreichte, bestand Maskenpflicht. Desinfektionsmittel stand überall zur Verfügung.

In öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Sehenswürdigkeiten waren Mund-Nase-Bedeckungen ebenfalls verpflichtend, Führungen fanden nur in kleinen Gruppen statt. Auch wenn wir uns in Bayern öfter drinnen aufgehalten haben, fühlten wir uns aufgrund der Maßnahmen recht gut geschützt.

3.3 Touristenmenge in Bayern

Da Bayern auch innerhalb Deutschlands ein beliebtes Reiseziel ist, gab es hier einige inländische Touristen. Internationalen Touristen sind wir hingegen kaum begegnet. Daher haben wir die Zeit genutzt, um uns DIE deutsche Sehenswürdigkeit schlechthin einmal ohne Menschenmassen anzuschauen: Schloss Neuschwanstein

Und tatsächlich war hier morgens noch kaum etwas los. Führungen mussten lange im Voraus gebucht werden und waren auf 10 Personen begrenzt. So lässt sich so ein Traumschloss gleich viel besser besichtigen. An der Marienbrücke war es zwar trotzdem recht voll, aber alle hielten Abstand und auf der Brücke bestand Maskenpflicht. Auch hier haben wir uns daher nicht unwohl gefühlt.

Andere Orte waren weit weniger besucht. So konnten wir die längste wetterfeste Sommerrodelbahn und den dazugehörigen Sessellift ohne Wartezeit nutzen. Hier kam uns aber sicherlich auch zugute, dass wir außerhalb der Ferienzeit verreist waren.

Urlaub zu Corona-Zeiten: Fazit

Erst einmal muss ich feststellen, dass wir super froh sind, uns für den Urlaub entschieden zu haben und vor allem auch Kroatien bereist zu haben. Unsere erste Annahme, unter Corona-Gesichtspunkten wäre Österreich sicherer als Kroatien, hat sich keineswegs bestätigt. Natürlich war das eine Momentaufnahme. Die Situation ist nun mal sehr dynamisch und ändert sich ständig. Trotzdem dachte ich, in Österreich sei man aufgrund der Erfahrungen im Frühjahr insgesamt doch vorsichtiger.

Natürlich solltest du nicht erstmal Party machen und dich in Menschenmassen stürzen. Aber wenn du dich an die in Deutschland inzwischen normalen Maßnahmen hältst und Orte meidest, an denen du anderen nicht aus dem Weg gehen kannst, ist ein schöner und erholsamer Urlaub auch zu Corona-Zeiten möglich. Teilweise sogar besser als sonst, da vielerorts wesentlich weniger Touristen unterwegs sind.

Letztlich solltest du aber natürlich immer die aktuelle Lage im Blick halten und nicht leichtsinnig werden. Aber aus Sorge zu Hause zu bleiben wäre für mich die falsche Option gewesen, zumal ich im Urlaub sogar weniger Kontakte hatte als (zwangsläufig, obwohl ich durchaus vorsichtig bin) in meinem normalen Alltag. Gerade wenn du dich viel draußen in der Natur aufhältst, wo du insgesamt weniger Menschen begegnest.

Zusammenfassend kann ich daher feststellen: Urlaub zu Corona-Zeiten ist anders, aber möglich und kann durchaus wunderschön sein.

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